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26.02.2008
Umfrage zur Fastenzeit
4.Fastensonntag A (02.03.2008)
1 Samuel 16,
1b. 6-7. 10-13b
Epheser 5,8-14
Evangelium: Joh 9,1. 6-9. 13-17. 34-38 (Kurzfassung)
Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm:
Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.
Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.
Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.
Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, daß sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? (Sag es mir,) damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT:
Blindgänger und Sehende
Wir sind Augenmenschen. Als Baby „erblicken wir das Licht der Welt“, im weiteren Leben sehen wir, dass wir gut zurecht kommen, und wenn etwas schief geht, dann war es natürlich ein Versehen, keine Absicht. Dennoch kann es passieren, dass man getadelt wird: „Hast du denn keine Augen im Kopf?“ Besonders sauer reagieren wir aber alle, wenn es jemand auf uns abgesehen hat, um uns hinters Licht zu führen und uns damit die Sicht nimmt, die wir für die richtige Entscheidung brauchen. Solche Leute sollten wir immer früh genug in Augenschein nehmen, damit deren schändliches Tun keine Aussicht auf Erfolg hat! Schnell ist für Sie ersichtlich: auch unsere Sprache misst dem Sehen können große Bedeutung zu.
Wenn jemand heutzutage blind ist, bekommt er gottlob viele Hilfen angeboten, sogar mit dem Computer kann man als Blinder arbeiten. Dennoch ist das Schicksal eines Blinden nicht einfach.
Zur Zeit Jesu jedoch war ein Blinder nicht nur ein Behinderter. Er war ein krasser Außenseiter, um den man sich nicht kümmerte. Das hängt damit zusammen, wie man die Blindheit beurteilt. „Du bist ganz und gar in Sünden geboren“, werfen die Pharisäer im heutigen Evangelium dem Blinden vor. Uns heute muss man diese Haltung erst einmal erklären.
Die damals herrschende religiöse Meinung war die, dass ein behinderter oder kranker Mensch selbst an seinem Unheil schuld ist. Man glaubte, dass er selbst oder seine Eltern große Schuld vor Gott auf sich geladen hätten. Die Blindheit war also nur die fällige Quittung Gottes für verwerfliches Verhalten.
Bevor wir aber über solch ein rückständiges Denken die Nase rümpfen, sollten wir uns bewusst machen, dass diese Art des Um-
gangs mit Leid auch heute noch ansatzweise in uns steckt. Wie schnell wird bei Schicksalsschlägen gefragt: „Warum gerade ich? Warum passiert das ausgerechnet mir?“ Schon hat man persön-
liches Leid mit der Frage nach Gott und nach eigenem Wohl-
verhalten verknüpft. Auch die Redewendung „Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“ deutet darauf, dass dieses alte Denken tief in uns noch vorhanden ist.
Der Blinde im heutigen Evangelium sitzt jedenfalls an seinem Stammplatz vor dem Tempel von Jerusalem, als Jesus ihn sieht. Interessant ist, woher Jesus gerade kommt, was im heutigen Text nicht erwähnt wird: Soeben hat Jesus fluchtartig das Tempelgelände verlassen, weil man ihn dort wegen seiner angeblich gotteslästerlichen Reden steinigen wollte!
Gewissermaßen auf der Flucht vor den Schriftgelehrten, die ihn hartnäckig ablehnen, trifft Jesus diesen armen Menschen, dessen Namen wir nicht einmal erfahren. Er hat für uns keinen Namen, denn er steht als Beispiel für viele Geschöpfe Gottes mit traurigem Schicksal. Offenbar hat er sich an sein bescheidenes Leben am Rande des Existenzminimums gewöhnt und akzeptiert die vermeintliche Strafe Gottes, obwohl er ja von Geburt an blind war und somit selbst gar keine Schuld auf sich geladen haben kann.
Er hat längst resigniert und macht erst gar keinen Versuch, Jesus anzusprechen. Er ist mit Blindheit geschlagen, fertig!
Jesus sieht das offenbar anders. Er unterbricht seinen Rückzug aus dem Tempel und nimmt sich dieses Mitmenschen an, dem er über den Weg läuft. Er signalisiert damit: Gottes Strafe ist es nicht,
wenn ein geliebtes Geschöpf seiner Würde beraubt wird. Erst die Menschen mit ihrer eigenmächtigen Interpretation von Krankheit und Schuld verursachen das wirkliche Unglück eines Menschen, der nicht angenommen wird.
Dabei kommt es interessanterweise gar nicht zu einem Gespräch. Jesus fragt den Blinden überhaupt nicht, ob der geheilt werden will. Und dieser erfährt offenbar gar nicht so richtig, mit wem er es da zu tun hat. Im Text heißt es nur knapp: „Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach!“
Der Teich Shiloach (oder Shiloah), erst vor wenigen Jahren von Archäologen ausgegraben, war ein Teich in der Nähe des Tempels von Jerusalem, der der Wasserversorgung diente und von der Gihonquelle gespeist wurde. Diese Quelle war berühmt; so wurde z.B. Salomo dort zum König über ganz Israel gesalbt. Durch ein aufwändiges Tunnelsystem wurde das Wasser zum Teich geleitet. Beim jährlichen Laubhüttenfest (Sukkot) schöpften die Priester Wasser aus dem Shiloah-Teich und trugen es in einem goldenen Krug in den Tempel. Dort wurde es in einer festgelegten Zeremonie über den Altar gegossen, verbunden mit der Bitte an Gott, die Äcker der trockenen Region mit ausreichend Regen zu versorgen.
Die alleinige Initiative in unserem heutigen Text liegt bei Jesus;
der Blinde folgt erst einmal nur dessen Anweisungen. Wenn Jesus einen Teig aus Erde und Spucke formte, war dies nicht neu: Speichel wurde in der antiken Medizin bei Augenleiden verwendet. Das Lecken von Wunden ist auch heute noch bekannt, nicht nur im Tierreich.
Der Lehmteig erinnert sehr an die Schöpfungsgeschichte, bei der Gott den Menschen aus Erde formt. In der heutigen Stelle formt Jesus einen Menschen neu, weil er Mitleid mit ihm hat. Dass die Szene unmittelbar nach der drastischen Ablehnung Jesu im Tempel geschieht, lässt auch die Vermutung zu, dass Jesus hier seinen Gegnern aus dem Tempel demonstriert hat, wer er ist und wie wahr seine Worte sind.
Der Blinde lässt sich die Behandlung gefallen und geht auch sofort
- wie von Jesus befohlen - zum Teich Shiloah, einem etwa 15 mal 5 Meter großen Wasserbecken mit Stufen.
„Shiloah“ heißt übersetzt ins Deutsche „Gesandter“, das verwandte Wort „Schiloh“ bedeutet „der Herrschende“. Uns ist sofort klar, dass Jesus dies auf sich bezieht. Er hätte ja ohnehin diesen Menschen einfach durch ein Wort heilen können, ohne Speichelteig und ohne das Waschen im Teich Shiloah.
Wenn er das Wunder (Johannes spricht von „Zeichen“) aber so wie hier be-
schrieben tat, hat dies seinen tiefen Grund. Es wird konkret etwas getan, etwas „gearbeitet“: Jesus macht ein bisschen Teig, der Blinde muss sich die Mühe machen, ein Stück weit zu gehen.
Erst im weiteren Verlauf des Textes erfahren wir den Sinn dessen im heutigen Bibeltext: „Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.“ Jesus wirkte dieses Zeichen also an einem Sabbat! Die Nachbarn und
Bekannten, die den Bettler nun sehend erlebten, hatten so ihre Probleme damit: Wie konnte das geschehen? Ist er es überhaupt?
Da die Pharisäer und Priester ohnehin dafür zuständig waren, jemanden gewissermaßen amtlich für geheilt zu erklären, brachten die Nachbarn den Geheilten zum Tempel. Erst nach der Bestätigung durch die religiöse Obrigkeit war ein Geheilter auch wirklich kultisch rein und gehörte nicht mehr zu den „exkommunizierten“ Unreinen, denen man aus dem Wege ging.
Der Blinde kann endlich sehen! Was für ein Glück! Doch sein Glück dauert offenbar nicht lange, denn die geistlichen Autoritäten lassen sich zwar den Tathergang schildern, interessieren sich aber überhaupt nicht für den jetzt Sehenden. Sie haben das Einfühlungsvermögen eines Eiszapfens und zeigen sich als Ideologen und geistliche Blindgänger. Ihnen geht es nur um den „Sabbatschänder“, der ihrer Meinung nach unmöglich von Gott sein kann.
Aus der Befragung wird schnell ein Verhör. Sie lassen nicht locker und werden geradezu ausfallend, als der Geheilte auf ihr dauerndes Drängen hin seine Meinung zu dem Vorfall preisgibt:
„Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.“
Sie bestreiten das Wunder gar nicht, sondern bestätigen es sogar ausdrücklich: „Er hat doch deine Augen geöffnet.“ Die Pharisäer sehen, und sie sehen doch nicht! Sie denken einfach nur in
Paragraphen und Schubladen. Was da einsortiert ist, bleibt auch drin.
Jesus hat „Teig gemacht“, das war Arbeit am Sabbat. Der Blinde ist zum Teich gegangen, das war Arbeit am Sabbat. Und die war strikt untersagt. Strenggläubige Juden zogen am Sabbat noch nicht einmal Sandalen mit Nägeln am Befestigungsriemen an, denn das Tragen von Gewichten war Arbeit! So machten sie das Sabbot-Gebot eines liebenden Gottes, der dem Menschen einen Tag zum Ruhen, Beten und zur Besinnung schenken wollte, zu einer Tyrannei von Verboten.
Mit seinem bewussten Übertreten der übertriebenen Sabbat-
Richtlinien bringt Jesus das Problem auf den Punkt: Der Sabbat ist doch für den Menschen da, und nicht der Mensch für den Sabbat!
Für die Paragraphen-
Reiter kommt das nicht in Frage! Sie sind blind für die Liebe Gottes. Der Geheilte weist völlig vergeblich auf seine Gesundung hin. Es interessiert sie nicht. Im Gegenteil: weil er auf der Wahrheit beharrt und ihren Einschüchterungsversuchen so hartnäckig widersteht, wird er kurzerhand aus dem Tempel hinausgeworfen!
„Du willst uns belehren?“ lautet ihr empörter Aufschrei. Sie sind so von sich und ihrer vermeintlichen Gerechtigkeit eingenommen, dass
sie regelrecht ausrasten. Sie wollen es auf keinen Fall zulassen, dass ihr Denkgebäude angekratzt wird. Blind sind sie, und blind bleiben sie.
Die Szene ist aber noch nicht zu Ende. Der jetzt Sehende, der wie Jesus aus dem Tempel geworfen wurde, trifft noch einmal auf Jesus, der offenbar nach ihm Ausschau gehalten hatte, wohl ahnend, was passieren würde: „Jesus hörte, daß sie ihn hinaus-
gestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? (Sag es mir,) damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
Im Gegensatz zum Handeln beim Heilungswunder kommt es jetzt zu einem kurzen Gespräch zwischen den beiden. Jesus fragt ihn nach seinem Glauben an ihn: „Glaubst du…?“
Der Bettler ist durch das Wunder und durch das Verhör im Tempel offenbar zu einem neuen Denken gekommen. Das Leben in ihm pulsiert wieder – er ist ein Sehender geworden, ein Mensch mit Durchblick!
„Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.“ - Das geht wie in einem Atemzug: er erkennt in Jesus den Herrn, den Gottessohn, und augenblicklich wirft er sich demütig und dankbar vor ihm nieder.
Aus ihm ist ein Bekenner geworden. Den Preis dafür hat er schon leidvoll bezahlt: Rauswurf aus der Tempelgemeinschaft!
Diese Szene lesen wir nicht zufällig mitten in der Fastenzeit. Sie will uns
auf dem Wege nach Ostern noch einmal aufrütteln. Glaube ist Ent-
scheidung! Du kannst nicht nur ein bisschen glauben, du kannst ja auch nicht nur ein bisschen verheiratet oder ein bisschen schwanger sein.
Lassen wir uns warnen durch die Bockigkeit der Schriftgelehrten:
Wer da meint, ein Sehender zu sein und es deshalb nicht nötig hat,
seine blinden Flecken von Jesus heilen zu lassen, der macht sich selbst blind für die Wahrheit und für das Wirken Gottes. Nur der Glaubende ist der wirklich Sehende! Die Augen werden dir und mir aber nur geöffnet, wenn wir das zulassen. So fragt Jesus den Geheilten und fragt jeden von uns: „Glaubst du?“
Das heutige Evangelium ist eine Einladung: Lebe im Glauben nicht nur von Konserven, nicht nur vom Gebot her denkend. Glaube ist kein Besitz, den du in die Schublade stecken kannst, um ihn im Notfall wieder hervorzuholen.
In der Fastenzeit sind wir aufgerufen, aus den Gefahren der Gewohnheit auszubrechen. Glauben ist ein Tätigkeitswort; wer nichts dafür tut und nicht immer wieder auf geistliche Nahrungs-
suche geht, der kann farbenblind werden. Diese Sorte Farbenblinde kann kein Licht sehen, sondern immer nur schwarz. Schwarzseher sehen schwarz für die Zukunft der Kirche, sehen schwarz für den Glauben, sehen schwarz für sich selbst. Sie sehen den Glanz des Glaubens nicht mehr. So warnt uns die Fastenzeit: Sei auf der Hut, damit du nicht deine Sehkraft verlierst!
Sie wissen ja, angelehnt an die Werbung eines Fernsehsenders: „Nur mit dem Glauben sieht man besser!“ So wünsche ich allen Getauften gute Sichtverhältnisse! Amen.
LINKTIPPS DER WOCHE:
http://t600.de/1799
„Sonntagsblatt“ - Bericht: Wo Jesus einen Blinden heilte
http://www.ekiba.de/glaubeakt_6959.htm
Evangel. Landeskirche Baden: Neue Erkenntnisse zum Teich Shiloah
http://www.unsicht-bar.com/unsicht-bar-koeln/html/home_1.html
Deutschlands erstes Dunkel-Restaurant. Sie sitzen wirklich im Dunkeln in Köln, Hamburg und Berlin. Nach der Menü-Bestellung im hellen Vorraum wird man von Blinden geführt…
http://www.christoffel-blindenmission.de/baum/CBM_DE_baumbart_42042.html
Christoffel-Blindenmission: Material für Kirchengemeinden, Linktipps
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/frauen-gedenktage
femBio: Berühmte Frauen: aktuelle Gedenktage, Frauen-Biographien…
http://www.hilfe-und-pflege-im-alter.de/
Kuratorium deutsche Altershilfe: Hilfe u. Pflege im Alter: Viele Tipps und Links, Adressen usw.
HUMOR:
Abraham a Sancta Clara, der berühmte Prediger im Wien des 18.Jahrhunderts, erklärte eines Sonntags auf der Kanzel: „Es gibt in den feinen Kreisen am Hofe einige Damen, die sind es nicht wert, dass man sie anspuckt!“
Aufgrund einiger Proteste von prominenter Stelle musste der Pater am nächsten Sonntag öffentlich widerrufen. Er tat das mit folgenden Worten: „Letzten Sonntag sagte ich: Es gibt in den feinen Kreisen am Hofe einige Damen, die sind es nicht wert, dass man sie anspuckt. - Das widerrufe ich hiermit und behaupte das Gegenteil: Sie sind es doch wert!“
Zu dem berühmten Don Bosco kam ein Mann zur Beichte und erklärte einleitend: „Meine letzte Beichte war vor 10 Jahren.“
Don Bosco dazu: „Das macht 2.000 Lire.“
Der Mann reagierte darauf empört: „Wie? Ich dachte, das Beichten ist gebührenfrei!“
„Wenn Sie das gewusst haben, warum sind Sie dann trotzdem so lange nicht gekommen?“
20.02.2008
3.Fastensonntag A (24.Febr.2008)
Exodus 17,3-7
Römer
5,1-2. 5-8
Joh 4,5-42
Evangelium: Joh 4,5-42
In jener Zeit kam Jesus zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!
Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.
Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?
Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.
Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.
Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her!
Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann.
Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann.
Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt.
Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.
Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte - Christus. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.
Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.
Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr?
Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus.
Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt.
Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht?
Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen.
Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet.
Ich habe euch gesandt, zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit.
Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte.
Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT:
Der Durstlöscher
Ein anstrengendes Evangelium haben wir heute vor uns, allein schon wegen seiner Länge. Eine Kurzfassung ist zwar auch im Angebot und liturgisch erlaubt, aber der „Pfiff“ der Textstelle geht dabei verloren.
Anstrengend ist auch das, was Jesus gerade mit seinen Jüngern hinter sich hatte: einen langen Marsch in der Hitze des Tages, und zwar auf dem Wege durch Samarien.
Wir kennen den Landstrich z.B. durch das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, der sich vorbildlich um einen Menschen kümmerte, der unter die Räuber gefallen war. Die meisten Juden vermieden es, durch das Gebiet von Samarien zu gehen und nahmen lieber Umwege in Kauf.
Die Samaritaner waren zwar auch Juden, aber ein frommer Jude aus dem jüdischen Kernland wollte lieber nichts mit ihnen zu tun haben, denn sie galten als Irrgläubige, die mit Heiden im gleichen Gebiet lebten und daher manches etwas weniger strenggläubig sahen. Kein Wunder also, dass die fromme Elite in Jerusalem 520 v. Chr. den Vorschlag der Samaritaner dankend abgelehnt hatte, sich am Wiederaufbau des zerstörten Tempels in Jerusalem finanziell zu beteiligen.
(Jacob van Oost: Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen)
Kein Wunder aber auch, dass die Samaritaner nach dieser beleidigenden Ablehnung etwa um 450 v.Chr. ihr eigenes Heiligtum auf dem Berg Garizim bei Sichem (heute: Nablus, im Palästinensergebiet) errichteten. Das wiederum reizte die fromme Jerusalemer Chefetage so sehr, dass man im Jahr 128 v.Chr. das Heiligtum der Glaubensbrüder in Samarien zerstörte und dem Erdboden gleich machte.
Ein schwieriger und geschichtsträchtiger Landstrich also. Zwei Kilometer vor der Ortschaft Sychar macht Jesus in der glühenden Mittagshitze am Jakobsbrunnen Rast. Dieser uralte Brunnen steht auf einem Grundstück, das ein berühmter Vorfahre und „Urvater“ des jüdischen Glaubens gekauft hatte: Jakob, der Sohn Isaaks. Nun will Jesus sich erschöpft von der Wanderung erst einmal eine Pause gönnen. Damit er dabei auch zur Ruhe kommen kann, schickt er seine Jünger alle zum Proviantkauf in den Ort.
(Jakobsbrunnen, Foto von 1869)
Doch aus „hitzefrei“ wird nichts, denn eine Frau nähert sich, um aus dem Brunnen Wasser zu schöpfen. Das ist verdächtig, denn üblicherweise gingen die Frauen gemeinsam in der Kühle des Morgens oder Abends den Weg zum Brunnen. Hier traf man sich natürlich auch zum Austausch der aktuellsten Neuigkeiten und Klatschgeschichten. Heute würde man sagen: der Brunnen war ein Kommunikationszentrum.
Diese Frau jedoch geht in der Gluthitze mit dem schweren Krug die zwei Kilometer hin und wieder zurück, und das Tag für Tag, Jahr für Jahr. Sie braucht Wasser zum Trinken, zum Waschen, zum Kochen, für das Vieh. Ganz klar: Sie geht zu einer Zeit, bei der sie sicher sein kann, niemanden am Brunnen anzutreffen. Sie meidet den Kontakt mit den Bewohnern des Ortes.
Dafür hat sie einen guten Grund: sie leidet entsetzlich darunter, dass sie zum Gespött der anderen geworden ist. Oft genug musste sie sich dumme Bemerkungen über ihren Lebenswandel anhören und verächtliche Blicke ertragen. Es ist, als wenn das Leben einen dicken Grauschleier um ihr Herz gelegt hätte. Sie kann einfach nicht mehr. Ihre Kräfte reichen nicht mehr, um dem Geschwätz standzuhalten. Lieber nimmt sie diese tägliche Qual der Hitze auf sich. Natürlich weiß sie selbst auch, dass sie nicht rein zufällig das „Schwarze Schaf“ des Ortes ist. Fünfmal war sie verheiratet, und nun lebt sie mit dem sechsten Mann unverheiratet zusammen. Unerhört!
Aber offenbar fragt sich niemand im Ort, warum das so ist. Wurde
sie von ihren Männern verstoßen, vielleicht wegen Krankheit oder
weil sie keine Kinder bekommen konnte? War sie Witwe?
Auch wir erfahren es nicht. Noch nicht einmal ihren Namen erfahren wir. Sie bleibt namenlos, und namenlos ist auch ihr Leid. Ohne Mann wäre sie unversorgt und hilflos. Also lebt sie wieder mit einem zusammen. Heiraten darf sie ihn ohnehin nicht, denn fünf Heiraten sind die gesetzliche Obergrenze zu damaliger Zeit. Aber für die, die sich die Mäuler über sie zerreißen, ist sie natürlich abgestempelt. Das ist eine, die sich mit immer neuen Männern abgibt.
Nun trifft diese Frau am Brunnen auf Jesus. Der ist nicht nur müde, sondern vor allem durstig, sehr durstig. Jesus spricht die Frau an und bittet sie: „Gib mir zu trinken!“
Jesus war dabei schon auf ihre Hilfe angewiesen, denn ohne einen Eimer oder Krug konnte man kein Wasser aus der Tiefe des Brunnens holen. Wir halten die Szene wahrscheinlich für ebenso belanglos wie selbstverständlich, aber das war sie keineswegs.
Wie man aus der erstaunten Reaktion der Frau ablesen kann, hat Jesus hier einen Tabu-Bruch begangen. Sie macht ihn sofort höflich auf sein aus der Sicht jüdischer Gesetzesfrömmigkeit ungehöriges Verhalten aufmerksam, um ihn zu warnen: „Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?“
An der Kleidung war er eindeutig als Jude und Rabbi aus dem Kernland erkennbar. Und für die waren die Samariter „Luft“; man ignorierte sie (vgl. z.B. Joh 8,48) und behauptete, sie seien vom Teufel besessen.
Doch Jesus hat sich noch weiter gefährlich aus dem Fenster hinausgelehnt: wer aus einem Gefäß eines Samariters trank, machte sich kultisch unrein. Außerdem war es für einen Rabbi völlig undenkbar, von sich aus eine Frau anzusprechen, zumal beide alleine auf weiter Flur waren. Dies wird auch im späteren Verlauf an der geschockten Reaktion der zurückgekehrten Jünger ablesbar: „Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr?“ - Sie trauen sich wohl nicht, ihrem Meister deswegen Vorwürfe zu machen.
Irgendwo spürt man, dass die Frau es gut meint mit dem Fremden, um ihm Ärger zu ersparen. Jesus bekommt so allerdings erst einmal nichts zu trinken…
Der Durst hingegen bleibt weiterhin Thema der beiden. Allerdings gibt es nun ein kleines Verwirrspiel um Begriffe fast wie beim „Teekesselchen“, bei dem ein einziger Begriff für verschiedene Bedeutungen steht (z.B. Brücke über den Fluss, Brücke auf dem Schiff, Zahnersatz, kleiner Teppich…). Beim Zusammentreffen von Jesus mit der namenlosen Frau am Brunnen geht es um Durst und um „lebendiges Wasser“.
Die Frau denkt da ganz praktisch und hofft offenbar darauf, sich durch die Hilfe Jesu das mühsame tägliche Wasserschleppen ersparen zu können.
Jesus meint dagegen das „Wasser des Lebens“ , das er allen schenkt, die an ihn glauben. Für diese Menschen wird er zum wirklichen Durstlöscher, der die Durststrecken im Leben endgültig beendet und „sprudelnde Quelle“ für sie selbst und andere wird. Denken wir dabei an die Taufe und auch an das Weihwasser, mit dem wir uns beim Besuch der Kirche bekreuzigen!
Das Gespräch zwischen der Frau und Jesu wird nun heikel, denn Jesus spricht plötzlich den wunden Punkt im Leben dieser Frau an: „Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her!“ Die Frau lässt das Gesprächsthema zu, geht darauf ein und ist völlig überrascht, als Jesus ihr auf den Kopf zusagt, wie viele Männer sie schon hatte und wie sie jetzt lebt.
Im Angesicht Jesu kann die Frau etwas tun, was sie bisher nicht konnte: ihre traurige Lebenswahrheit sehen und sie aussprechen.
Zu ihm hat sie sofort Vertrauen gefasst. Für sie ist blitzartig klar, dass dieser Mann, der die Geheimnisse anderer sehen kann, ein Prophet sein muss.
Jesus hat ihr keinerlei Vorwürfe gemacht, sondern nur Klartext über ihre Lage gesprochen. Die verzweifelte Frau saugt seine Worte dennoch wie ein trockener Schwamm auf: Dieser Mann kennt ihre dunkle Seite, aber er spricht trotzdem mit ihr auf Augenhöhe, ohne verächtlichen Blick, ohne bissigen Kommentar. Dieser Mann sieht das Scheitern in ihrem Leben, aber er sieht auch ihre Sehnsucht nach Glück, nach wirklicher Liebe, nach einem gelungenen Leben. Es tut einfach gut, sich endlich einmal nicht verstecken zu müssen!
Diese Frau kann als Beispiel dienen für alle, die innerlich unerfüllt,
leer und unzufrieden sind – und wer ist das nicht bisweilen? Diese Frau springt bei Jesus gewissermaßen über ihren eigenen Schatten und vertraut sich ihm an. Er sieht ihren Durst und er sieht auch unseren Durst, und dabei geht es um mehr als um Brunnenwasser!
Wer sich aber wie sie ausrechnet, dass man mit Jesu Hilfe nie mehr den mühsamen Weg des Alltags gehen muss, der hat Jesus nicht verstanden. Gott ist nicht dazu dazu da, uns das Leben möglichst bequem zu machen. Er nimmt uns das Leben nicht aus der Hand,
aber er zeigt uns die Richtung, wo unser Leben mit ihm hinführen wird.
Die Frau hat Jesus aufmerksam zugehört. Und offenbar hat sie doch religiöses Wissen und ist gläubig, denn es entwickelt sich ein Gespräch über die rechte Anbetung auf den heiligen Bergen der zerstrittenen jüdischen Glaubensbrüder und über den Messias. Im Bibeltext heißt es: „Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte - Christus. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.“
Hier sind wir am Kernpunkt des vertrauensvollen Gespräches angelangt: Jesus bestätigt, was die Frau in ihrer Sehnsucht schon erahnt hat. Ja, er ist es, der Messias, der lange erwartete!
Jesus offenbart sich ausgerechnet einer Frau, deren Vorgeschichte alles andere als rühmlich ist. Irgendwo ist das sehr tröstlich, dass sich Jesus gerade der Kranken, der Leidenden, der seelisch Verwundeten annimmt, wie wir immer wieder in der Bibel erfahren dürfen. Er ist der Hirte, der dem verlorenen Schaf nachgeht. Und Jesus nimmt den Menschen erst einmal so an, wie er ist.
So war es z.B. auch bei seiner Begegnung mit dem habgierigen Zöllner Zachäus, der sich daraufhin bekehrte und angerichteten Schaden wieder gutmachte.
Jesus ist der Messias für alle, auch für die mit den schwarzen Flecken auf der weißen Weste. Das bedeutet aber auch für uns heute, dass niemand seine Fehler vor Jesus verstecken muss. Jesus liebt uns nicht, weil wir so brav sind. Jesus liebt uns, weil wir Gottes Kinder sind, die nicht verloren gehen dürfen.
Die Frau im heutigen Evangelium ist außer sich vor Freude! Sie traut sich was, worüber wir nur staunen können. Sie rennt ins Dorf und verkündet lautstark, was sie erlebt hat. Kein Verstecken mehr – keine Angst mehr vor den anderen! Sie lebt wieder! Und das Tollste:
ihren Wasserkrug hat sie einfach am Brunnen stehen lassen, um schneller laufen zu können! Dieses Wasser ist ihr im Moment gar nicht wichtig, denn sie hat „lebendiges Wasser“ gefunden! So wird ausgerechnet dieses „Schwarze Schaf“ zum Zeugen und Bekenner für Jesus. Ist das nicht wunderschön?
Die Samariter sind neugierig geworden, und dabei haben sie es so eilig, zu Jesus zu kommen, dass sie aus dem Ort hinaus laufen. Und das will schon etwas heißen in der Mittagshitze! Was Jesus ihnen nun sagt, ist nicht bekannt, aber es war offenbar so überzeugend, dass sie ihn baten, eine Zeitlang bei ihnen im Ort zu bleiben. Wie es im Bibeltext heißt, kamen viele zum Glauben.
Hier wird wieder deutlich: Nicht alle kommen zum Glauben.
Jeder muss sich selbst entscheiden, ob er auf Jesus hört und seine Botschaft für sich selbst annimmt. Über alle von Menschen gesetzten Grenzen hinweg finden sich Glaubende, die den „Retter der Welt“ erkennen.
So muss sich jeder selbst in seinem Innersten fragen, wo er oder sie Vorurteile pflegt und Grenzen zieht. Vor allem aber wird hier wieder deutlich, dass nicht diese oder jene Konfession oder Kirchen-
mitgliedschaft vor Gott entscheidend ist,*) sondern das ganz persönliche „Ja-Wort“ zu Jesus. In diesem Sinne: Lassen Sie auch Ihren Durst stillen!
*) Vor Gottes Richterstuhl wird mancher, der nicht katholisch ist, vielleicht viel katholischer dastehen als jemand, der nur auf dem Papier katholisch ist.
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Osterbrunnen
In manchen Gegenden, vor allem in Franken, gibt es den Brauch, Osterbrunnen zu schmücken. Damit wird passend zum Fest der Auferstehung, des Lebens, die Bedeutung des Wassers für unsere Existenz hervorgehoben. In der Feier der Osternacht wird in unseren Gottesdiensten ja auch das Taufwasser geweiht und nach Möglichkeit die Taufe gespendet!
Gerade auf den Hochebenen der Fränkischen Schweiz musste das Wasser mühsam aus dem Tal herangeschafft werden. Das Schmücken der Brunnen beginnt mit dem Säubern („Brunnenputzer“!), danach werden die Brunnen mit bis zu 16.000 ausgeblasenen handbemalten Eiern geschmückt. Kein Wunder, dass es in der Osterzeit einen regelrechten Brunnen-Tourismus gibt (siehe Link-Tipp)!
LINKTIPPS DER WOCHE:
http://www.domradio.com/aktuell/artikel_2494.html
zum Anhören: die Marburger Theologin Dr. Judith Hartenstein im Kölner Domradio über die Frau am Jakobsbrunnen ( ca. 5 min.)
http://www.familiengebet.de/index.php?id=23
Beten in der Familie: Gebetstexte, Buchtipps, Gebetshilfen usw.
http://t600.de/7318
Thema „Erstkommunion“ beim Pfarrbriefservice: Gebete, Geschichten …
http://t600.de/16918
Infos des Bayerischen Rundfunks über Osterbrunnen: Fotos, Touren,Geschichte, Linktipps...
http://dankstelle.blogspot.com/
Auf der Internetseite „DANKSTELLE“ kann man sich bei Gott oder lieben Mitmenschen bedanken und gute Wünsche schicken
HUMOR:
Der Küster an der Universitätskirche zu Cambridge beging sein 50-jähriges Amtsjubiläum. In seinen Dankesworten für die Glückwünsche bemerkte er: „Ich muss für viele Dinge dankbar sein. Vor allem für dies: in diesen 50 Jahren habe ich jede Predigt in dieser Kirche gehört und bin doch immer noch Christ!“
WiE mAn SElBsT GeSuNd BlEiBt UnD dAbEi AnDeRe LeUtE In DeN WaHnSiNN TrEiBt...
-Setz dich in der Mittagszeit in dein geparktes Auto und ziele mit einem Fön auf die vorbeifahrenden Autos, um zu sehen, ob sie langsamer fahren…
- Jedesmal, wenn dich jemand bittet, etwas zu tun, frage, ob er Pommes-Frites dazu will…
- Schreibe "Für private Gefälligkeiten" in die 'Verwendungszweck'-Zeile all deiner Überweisungen…
Polizist: "In ihrem Zustand heisst die Devise: Hände weg vom Steuer!"
Betrunkener Autofahrer: "Was, wenn ich blau bin, soll ich auch noch freihändig fahren?"
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13.02.2008
2.Fastensonntag A (17.02.2008)

Genesis 12,1-4a
2 Timotheus 1,8b-10
Matthäus 17,1-9
Evangelium:
Mt 17,1-9
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da er-
schienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, daß wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, faßte sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT:
Herrlich !
Ach, was waren das doch für schöne Zeiten…! Geraten Sie auch schon mal ins Schwärmen, wenn Sie Ihre Liebesbriefe noch einmal lesen oder die Fotos von tollen Urlaubsfahrten, von Erlebnissen mit Freunden oder die goldigen Kinderfotos noch einmal betrachten? Wie gerne erinnern wir uns alle an solche Hoch-Zeiten in unserem Leben! Die Dichterin Hilde Domin bemerkte dazu treffend: „…wir essen Brot, aber wir leben vom Glanz.“
Ein besonderer Glanz fällt auf unser heutiges Sonntagsevangelium. Jesus nimmt Petrus, Jakobus und Johannes mit hinauf auf den Berg
Tabor, „auf einen hohen Berg“ , wie es im Text heißt. Berge sind wie
Wüsten vorzugte Orte der Begegnung mit Gott: weitab vom Alltag und dazu einsam. Hoch ist er wirklich: 600 m hoch erhebt der Tabor sich steil über der fruchtbaren Ebene Jesreel in Nordisrael. In zahl-
reichen Windungen schlängelt sich der Weg nach oben – man muss sich schon anstrengen, um zum Gipfel zu gelangen. Doch dort wird man mit einer wunderbaren Aussicht belohnt, im Westen bis zum Mittelmeer.
Jesus nahm seine drei engsten Vertrauten „beiseite“, heißt es. Genauer müsste es heißen: er nahm sie „zu sich“, mit hinein in das Geheimnis um seine Person.
Denn genau darum geht es hier. Kaum sind sie oben angekommen, wird Jesus vor den Augen der verblüfften Jünger „verwandelt“ . Es ist, als dürften sie einen Blick hinter die Kulissen der Person Jesus werfen. Plötzlich ist Jesus blendend weiß und leuchtet wie die Sonne. Er ist nun gewissermaßen sichtbar eingetaucht in das göttliche Licht des Vaters.
Im griechischen Originaltext ist von „Metamorphose“ die Rede, was bedeutet, dass Jesus nun ganz im Lichtglanz seine ihm ange-
messene Gestalt zeigt, die man normalerweise nicht sehen kann.
Doch nicht genug damit. Mose und Elija treten vor den Augen der Jünger auf und sprechen auch noch mit Jesus. Mose und Elija sind größte Autoritäten im Alten Testament – und nun erleben die Jünger sie im Gespräch mit Jesus, also in intensiver Gemeinschaft.
Petrus staunt wie die anderen. Aber im Gegensatz zu ihnen hält er nicht den Mund, sondern vor lauter Begeisterung über dieses sensationelle Erlebnis platzt es aus ihm heraus: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind.“ Etwas flotter als die Einheitsübersetzung könnte man es frei so formulieren: „Einfach herrlich hier! Was für ein Lichtglanz! Hier fühlt man sich schon fast wie im Himmel!“
Petrus ist wie die anderen einfach nur überwältigt von dieser himmlischen Erscheinung. Sicher ging eine Welle von unbe-
schreiblichem Glücksgefühl durch ihn und die anderen hindurch. - Wer möchte das nicht mal erleben? Ein Stück Himmel auf Erden und ein Stück vorweg genommenes Ostern! Wenn man diesen Moment doch nur festhalten könnte!
Petrus möchte am liebsten nie mehr hier weg, zumal er durch Jesu Ankündigungen weiß, dass dieser einen bitteren Weg bis zum Kreuz vor sich hat. Petrus möchte auf dem Gipfel der Verklärung Jesu bleiben und hat als Handwerker sofort eine Lösung parat: Hier könnte man doch drei solide Hütten bauen, um das Glücksgefühl weiter auszukosten. Also macht er Jesus diesen handfesten Vorschlag und platzt damit etwas naiv einfach in das Gespräch hinein, das Jesus gerade mit
Mose und Elija führt. – Wie gut können wir dich verstehen, Petrus!
Bevor Jesus Petrus eine Antwort geben kann, folgt jedoch etwas, dass die Jünger zutiefst erschreckt. In einer leuchtenden Wolke hören sie eine himmlische Stimme: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.“
Voller Angst werfen die Jünger sich zu Boden und bedecken ihr Gesicht.
Kein Zweifel: Sie haben sofort mit ihrem Verstand und am ganzen Leib verspürt, dass dies kein Prophet oder Engel ist, sondern Gott selbst. Immer wieder erfahren wir in der Bibel von Menschen, die solch ein Gottes-Erlebnis hatten und ähnlich reagierten, zum Beispiel Mose am brennenden Dornbusch. Wer Gott in seiner Allmacht und Größe erlebt, der weiß, wie unendlich klein der Mensch ist und gerät völlig aus der Fassung.
Interessant ist aber die Reaktion Jesu: Keine Kritik an seinen Jüngern, sondern er fasst sie an und hilft ihnen durch Wort und Tat beim Aufstehen. Offenbar verlassen sie dann sofort den Gipfel des Berges. Petrus hat es die Sprache verschlagen; kein Wort mehr vom Hüttenbau- das hatte er sich doch etwas anders vorgestellt!
Am Schluss des Textes steht die Mahnung Jesu, zum jetzigen Zeitpunkt niemand von diesem himmlischen Erlebnis zu erzählen. Er weiß nur zu gut, dass dies von anderen nur nach Ostern, nach der Auferstehung, verstanden werden kann.
Mitten in der Fastenzeit erreicht uns dieser Text, mit dem wir schon einen kleinen Blick auf die Osterfreude werfen dürfen.
Ja, auch wir sind wie Petrus, und wir wollen Hütten bauen. Es ist nur allzu verständlich, dass wir Glücksmomente festhalten wollen – frei nach dem Lied: „So ein Tag, so wunderschön wie heute…“
Wie sehr sehnen wir uns nach Gipfelerlebnissen im Glauben!
Wie sehr erfreut uns ein ergreifender Gottesdienst oder ein kleiner „Lichtblick“ im Glauben! Jesus hat nichts dagegen – im Gegenteil: einige seiner Vertrauten hat er auf den Gipfel geführt, und immer wieder gibt es in der Kirchengeschichte Heilige, die ihn erklimmen dürfen.
Niemand darf auf dem Berg bleiben. Wir können dort zwar Kapellen bauen, aber wir selbst müssen wieder zurück ins Tal, zurück in den Alltag. Der Glaube kennt nicht das gemütliche Ruhekissen. Selbst von der bekannten Mutter Teresa aus Indien wissen wir durch ihre Briefe, die nach ihrem Tod veröffentlicht wurden, wie sehr sie die Nacht des Zweifels erlebte und um ihren Glauben kämpfen musste.
Wir lechzen nach dem Licht, nach dem Fest, nach dem religiösen Erlebnis. Doch Jesus holt uns wieder herunter auf den Boden des Alltags mit seinen Sorgen: Die Erde ist nicht der Himmel!
Alle menschlichen Versuche, die Erde dazu zu machen, sind kläglich gescheitert.
In der Fastenzeit sind wir auf einem langen Weg, und in unserem Erdenleben auch. Doch mit diesem heutigen Evangelium dürfen wir schon mal eine Art „Vorschau“ sehen, so eine Art Programmtipp wie beim Fernsehen. Das heutige Gipfel-Erlebnis sagt uns: Achtung! Schau schon mal her auf diesen kleinen Ausschnitt aus dem kommenden Programm! Pass auf, das Eigentliche wird demnächst erst kommen - herrlich! Versprochen!
LINKTIPPS DER WOCHE:
http://t600.de/14273
Kreuzweg-Meditation von „Kirche in Not“
http://www.c-award.blogspot.com/
Mein zweites Blog „CHRIST-AWARD“, diesmal u.a. mit einem Artikel und Linktipps über die Ordensgemeinschaft der Kapuziner
http://www.kath.net/detail.php?id=18944
Hinweis auf einen tollen Kinofilm: „Unsere Erde“
http://t600.de/09297
Trailer und Beschreibung zu obigem Film
http://www.erzbistum-freiburg.de/Auszeit-2008.370.0.html
„Auszeit2008“: kostenlose E-Mails: jeden Tag ein geistlicher Impuls. Die Aktion des Erzbistums Freiburg läuft vom 17.2. bis 15.3.2008
HUMOR:
Die Religionslehrerin will das Thema „Gebet“ elegant beginnen: „Was tut ihr zu Hause vor dem Essen?“, fragt sie die Kinder. „Wir waschen uns die Hände“, ist die einzige Antwort.
„Naja, das ist richtig. Aber was ist noch viel wichtiger?“
Keiner weiß darauf eine Antwort, so muss sie etwas nachhelfen:
„Was sagt denn dein Vater, wenn er sich an den Tisch setzt?“
Da meldet sich Simon und verkündet: „Was, schon wieder Eintopf?“
König Friedrich II. erhielt ein Aktenstück vorgelegt, in dem die Absetzung eines Pfarrers verlangt wurde, weil er in der Kirche erklärt habe, dass er selbst nicht an die Auferstehung am Jüngsten Tage glaube. Der König reichte die Akte zurück mit dem handschriftlichen Vermerk: „Ist seyne Sache! Wenn Er nicht auferstehen will, so soll Er doch meynetwegen einfach liegenbleiben!“
Zu einem weisen Rabbi kam ein Schüler und fragte: „Früher gab es doch Menschen, die Gott von Angesicht zu Angesicht schauen konnten! Warum gibt es solche Leute heute nicht mehr?“
Der Rabbi antworte ihm: „Weil sich heute niemand mehr so tief bücken will.“
12.02.2008
DANKSTELLE - die Seite zum "Danke" sagen
Dankstelle: Die Seite zum „Danke“ sagen
Heute schon „Danke“ gesagt? Wer nur ganz bewusst die Nachrichten verfolgt,der weiß, wie viel Grund er/sie hat, sich für ein Leben ohne Not zu bedanken. Jeder Tag, den Gott uns schenkt, ja jede Minute ist kostbar und nicht mit Geld zu kaufen. Ein Tag, der vorbei ist, ist vorbei.
So gibt es bestimmt für jeden persönlich genügend Gründe, sich bei Gott oder lieben Mitmenschen zu bedanken oder jemanden Gutes zu wünschen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten.
Jetzt kommt im Internet eine weitere hinzu: Ab 18.Februar kann jeder auf meiner weiteren privaten Seite „DANKSTELLE“ www.dankstelle.blogspot.com kostenlos seinen Dank ähnlich wie in einer „Anzeige“ ausdrücken und auf Wunsch z.B. dem netten Mitmenschen den LINK zu dieser Seite per Mail zuschicken.
Valentinstag: Liebesbrief von Gott
In Wien werden am Valentinstag (14.2.) in einer Aktion der Katholischen Kirche 100.000 "Liebesbriefe von Gott" verteilt.
An den U-Bahn-Stationen, Bahnhöfen und in Krankenhäusern sind fleißige Verteiler im Einsatz. Auf beiliegenden Karten wird für den Abend in die Kirchen eingeladen, wo es Gebetsstunden und persönlichen Segen gibt. Dort sind auch Boxen aufgestellt, in die man eine Antwort-Karte mit einem Anliegen oder einer Antwort an Gott einwerfen kann.
10.02.2008
Ungewöhnliche Werbung...

Zweimal im Jahr (im Advent und in der Fastenzeit) macht in Wien der Kapuzinerpater Markus Machudera auf recht ungewöhnliche Weise auf das Angebot der Beichte aufmerksam:
Nachdem er sich seine „Beichtweste“ angezogen hat, die durch ihre Leuchtfarbe sofort auffällt, mischt er sich z.B. in der Fußgängerzone der Hauptstadt unter die Passanten und wirbt mit „Beichtgutscheinen“ für das Bußsakrament. 
Wie man sieht, macht er dabei auch nicht vor Gauklern Halt, obwohl sie einen (Schein-) „Heiligenschein“ tragen… Durch die Gutschein-Aktion macht er Fußgänger und Autofahrer auf spekta-
kuläre Weise auf „das vergessene Sakrament“ (so P. Markus Machudera) der Versöhnung aufmerksam.
Die Leute sind erst einmal verblüfft, denn dass die Beicht-
gelegenheit ohnehin gratis angeboten wird, wissen schon die meisten. Auf dem Gutschein heißt es unter anderem:
„Gilt für jeden Getauften (Katholiken), der seine Sünden bereut und sein Leben ändern möchte. Gültig bis zum Tod. Nicht gegen Bargeld einzulösen.“
Dazu gibt’s natürlich Adresse und Zeiten für die Beicht-
möglichkeit. Die Sofort-
Beichte ist auch möglich, denn der Pater hat sein Beicht-Auto dabei…
Nähere Informationen finden sich hier:
http://www.kapuziner.at/Wien/aktuelwien.html
sowie hier:
http://www.kapuziner.at/Wien/Kloster.html
E-Mail für Infos und Beichtgutscheine: br.markus@gmail.com
Hinweis: Alle Fotos zum Bericht: Kapuziner Wien
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06.02.2008
1.Fastensonntag A (10.Febr.2008)
Gen 2,7-9; 3,1-7
Röm 5,12.17-19
Mt 4,1-11
Evangelium: Mt 4, 1-11
In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, daß aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete:
In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen: Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT:
TÜV für Jesus
Die Autobesitzer kennen das leidige Thema: Immer wieder muss das Fahrzeug auf „Herz und Nieren“ geprüft werden, meistens beim TÜV. Wenn es keine Bean-
standungen gibt, bekommt man die Plakette auf das Kennzeichen-
schild geklebt, und man darf weitere Zeit im öffentlichen Straßen-
verkehr fahren.
Im heutigen Evangelium werden wir Zeuge einer TÜV-Prüfung anderer Art. Hier ist es Jesus, der auf „Herz und Nieren“ geprüft wird. Die Abkürzung TÜV könnte in diesem Falle stehen für „Teuflischer Überlistungs-Versuch“.
Kaum hat Jesus die Taufe hinter sich, wird er „vom Geist in die Wüste geführt“, heißt es zu Beginn des heutigen Evangeliums. Damit ist klar: Jesus geht nicht von sich aus in die Wüste, sondern er wird dorthin gelotst. Das macht aber nicht der Teufel, sondern der Geist Gottes. Warum tut er das? Im Text heißt es, dass er dort „vom Teufel in Versuchung geführt“ werden sollte.
Aber warum macht Gott das? Will er seinem geliebten Sohn eine Falle stellen? Ganz sicher nicht! Diese Versuchung (griechisch: peirasis) ist eine Prüfung, eine Erprobung, eine Bewährungsprobe. Wer die besteht, ist für seinen weiteren Weg gestärkt und gerüstet. Ausgerechnet in der Lebensfeindlichkeit der Wüste findet dieser Test statt. Tagsüber unerträgliche Hitze, nachts die Kälte.
Dazu die schreckliche Einsam-
keit, keinerlei Ab-
wechslung. Da ist man ganz mit sich und seinen Gedanken allein. Zusammen mit Hunger und Durst wird hier der Kampf der eigenen Gefühle auf die Spitze getrieben.
In der Einsamkeit klären sich die Gedanken. Was will ich? Worauf und auf wen baue ich mein Leben? Was hemmt mich, was ist hinderlich dabei?
Dass es gerade 40 Tage sind, die Jesus in der Wüste verbringt, ist natürlich kein Zufall. 40 Tage verbrachte Mose auf dem Wüstenberg Sinai, wo er von Gott die Zehn Gebote bekam. 40 Jahre wanderte das Volk auf dem Weg aus der Sklaverei Ägyptens durch die Wüste, bevor es ins Gelobte Land kam. 40 Tage bekam die störrische Stadt Ninive von Jona als Zeit eingeräumt, um zu Gottes Geboten um-
zukehren.
Die Zahl 40 ist also in der Bibel eine Zeitspanne, die bis zu einer endgültigen schwerwiegenden Entscheidung eingeräumt ist. Da wundert es auch nicht, dass unsere kirchliche Fastenzeit, „österliche Bußzeit“ genannt, ohne die Sonntage ebenfalls 40 Tage dauert. Hier ist auch für jeden vor dem Osterfest die Entscheidung gefordert, für was und wen man eigentlich lebt.
Am Ende der gesetzten Zeitspanne von 40 Tagen ist Jesus körperlich sehr geschwächt; der Hunger quält ihn. Jetzt, in diesem Zustand, hofft der Teufel, der Versucher, auf optimale Bedingungen, um Beute zu machen. Lange genug hat er ja abgewartet…
In der Bibel ist an einigen Stellen vom Teufel die Rede. Das wollen manche heute nicht so gerne hören. Sie versuchen, uns den Teufel auszureden, das sei doch nur symbolisch gemeint. Doch genau damit arbeiten sie dem Versucher in die Hände.
Charles Baudelaire bemerkte dazu treffend: „Die größte List des Teufels ist die, uns zu überzeugen, dass es ihn gar nicht gibt.“ Es gibt ihn, den Versucher, griechisch „Diabolus“, der Durch-
einanderwerfer, der Fakten-
verdreher, der Verleumder. Viele Heilige haben ihre Erfahrungen mit ihm machen müssen, so z.B. der Pfarrer von Ars.
Dieser Durcheinanderwerfer ist kein harmloses Kerlchen, keine
alberne Witzfigur mit Mistgabel und Pferdefuß. Die Bibel sagt, dass er eine mächtige Persönlichkeit ist und im Trotz gegen Gott die Welt beherrschen will und die Menschen in seinen Aufstand hinein-
zuziehen versucht. Doch die Bibel sagt auch, dass Gott selbst ihm die Grenzen steckt: bis hierher und nicht weiter!
Im heutigen Evangelium hat er es auf Jesus abgesehen. Er will ihn anlocken, damit Jesus ihm auf den Leim gehen soll. Er soll kleben bleiben an den Verlockungen, die ihm der Teufel verspricht:
das Haben- und Genießenwollen, die Eitelkeit, Macht haben – das sind die Trümpfe, mit denen der Satan hoch pokert. Er will Jesus einreden, er könne die ganze Welt beherrschen und besitzen, wenn er nur vor dem Teufel niederfalle und ihn anbete.
Dabei gibt der Teufel sich erstaunlich bibelfest, in dem er aus
Psalm 91 zwei Sätze zitiert (91,11-12). Doch selbst seine Bruch-
stücke aus der Hl. Schrift helfen ihm nicht weiter, da Jesus ihm sofort überzeugend Kontra gibt.
Dem Satan geht es in dieser TÜV-Untersuchung Jesu darum, dessen absolutes Vertrauen auf seinen himmlischen Vater zu erschüttern, seine Bewährungsprobe und damit langfristig seinen weiteren Weg als Heiland scheitern zu lassen. Jesus lehnt es jedoch schroff und kategorisch ab, sich auf sinnlose Debatten mit dem Verführer einzulassen – er fertigt ihn kurz und bündig ab!
In der heutigen Zeit herrscht eher die Meinung vor, man solle doch immer den Kompromiss suchen und alle Möglichkeiten ausloten, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Jesus ist knallhart:
Mit dem Bösen kann es keinen Dialog geben: „Weg mit dir, Satan!“
Nur zu gut weiß er: Wenn man dem Teufel den kleinen Finger reicht, nimmt er mindestens die ganze Hand…
Jesus hat dem Widersacher Gottes eine klare Absage erteilt, obwohl sich dieser mit der Zurschaustellung seiner Macht alle Mühe gegeben hat. Jesus sagt NEIN zur Lebensgestaltung aus eigenen Wunschvorstellungen nach Macht, Ehre, Reichtum usw. Sein himmlischer Vater allein ist Herr seines Lebens. Ihm will er dienen und alle Ehre erweisen. Mit dieser konsequenten Haltung schmettert Jesus den Machtanspruch des Teufels nieder.
Am Ende des heutigen Evangeliums heißt es als Ergebnis seines Kampfes mit dem Teufel nur ganz kurz: „Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.“
Jesus hat für sich Klarheit gewonnen und hat der Versuchung widerstanden. Er hat sich nicht zu einem König nach Art dieser Welt machen lassen; auch später hat er immer sehr barsch reagiert, wenn seine Jünger ihn von seinem Weg abbringen wollten. Nur so konnte er für uns die Macht des Teufels brechen und ihn für das Heil der Welt endgültig an die Kette legen – bellen kann der Satan noch, aber er beißt niemanden mehr, so lange man ihm nicht zu nahe kommt…
Und wir? Unsere Versuchungen lauern auf uns, täglich und lebenslänglich. Beim Stichwort „Versuchung“ zählt eine Internet-
Suchmaschine allein 2.400.000 Fundstellen. Sie ist also allgegenwärtig, die Versuchung. Der Dramatiker Oscar Wilde witzelte: „Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.“
Gerade in der Fastenzeit können wir aber unseren Blick schärfen für das, was uns zur Versuchung wird, was uns von Gottes Liebe trennen will. Und da gibt es trotz vieler schlauer Bücher zum Fasten kein Patentrezept.
Doch allgemein kann man sicher sagen: Niemand kann verhindern, dass sich einem ein Vogel auf den Kopf setzt. Aber man kann verhindern, dass er dort sein Nest baut…
Ein, zwei gute Vorsätze sind da sicher hilfreicher als geistliche Kraftanstrengungen, die man doch nicht durchhalten kann. Schlechte Erfahrungen („ach, ich schaffe das doch sowieso nicht!“) führen nur dazu, dass man das Kind mit dem Bade ausschüttet und das Fasten gleich ganz bleiben lässt.
Wie wäre es z.B. mit einem Fasten der Sprache? Wie gerne jammern wir über alles, und auch über die Kirche. Bringt uns das aber wirklich weiter? Hilft es jemandem? Wie wäre es also mit einem Verzicht auf das Jammern? Vielleicht hilft es, wenn man diesen Tipp dazu befolgt: Versuche, deinen Nächsten immer so zu sehen, wie Gott ihn wohl sieht und wie Gott ihn gemeint hat! Sie werden staunen, wie spannend das werden kann…!
LINKTIPPS DER WOCHE:
http://www.kathpedia.com/index.php?title=Pfarrer_von_Ars
Ausführlicher Artikel über den Pfarrer von Ars, auch über den Teufel
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4734&Alias=wzo&cob=289247¤tpage=3
Unsere Sprache und der Teufel… (Artikel der „Wiener Zeitung“)
http://www.dbk.de/schriften/index.html
Bei der Deutschen Bischofskonferenz gibt es eine Vielzahl an Materialien,eine entsprechende Liste gibt’s als pdf-Datei.
http://www.bundesrepublik.org/
Behördenführer und Almanach für Deutschland, riesiges Linkverzeichnis
http://www.yasni.de/index.php?action=search
Personensuche - was weiß das Internet über Dich?
http://www.wer-kennt-wen.de/
Internetplattform „Wer kennt wen“: Hier finden Sie Bekannte wieder,entdecken Gruppen zu ihren Interessengebieten… -
Um sich erstmals einloggen zu können, benötigen Sie eine TAN. Melden Sie sich deswegen ggf. per Mail bei mir.
Informationen des Senders SWR über „wer-kennt-wen“
HUMOR:
Richter zum Angeklagten: „Wissen sie, was Sie hierher geführt hat?“ Angeklagter ernst: „Mein starker Glaube, Herr Richter!“ –
„Ihr Glaube??“ – „Aber ja, ich habe ganz fest geglaubt, dass die Bank keine Alarmanlage hat...!“
Vergangenes Jahr standen wir noch am Abgrund; dieses Jahr sind wir einen großen Schritt weiter.
Zu Beginn der Fastenzeit erzählt der Kaplan den Kindern im Religionsunterricht davon, dass einmal der Tag des Jüngsten Gerichtes kommen wird. „Hat noch jemand eine Frage dazu?“, will er zum Schluss wissen. Fritz meldet sich: „Haben wir an dem Tag eigentlich schulfrei?“










